Lachen aus Liebe

Sopranistin Charlotte Jarosch-von Schweder hat die Noten von Pianist Robert Roche im Blick; Bildquelle: Lukas/Malteser

Hannover (mhd). Darf man Lachen, zwischen Urnen und Asche? Man darf, man soll es sogar. „Lachen aus Liebe, aus Liebe zum Leben“, so nennt es Matthias Brodowy. Der bekannte Unterhalter aus Hannover gestaltete am Montagabend, 14. Januar, gemeinsam mit Sopranistin Charlotte Jaroschvon Schweder und Pianist Robert Roche unter dem Titel „Klangkunst und Kabarett“ eine Benefizveranstaltung zugunsten der Malteser-Hospizarbeit im ausverkauften Kolumbarium Hl. Herz-Jesu in Misburg.

 

Drei Meister ihres Faches nahmen die begeisterten Zuhörer an diesem Abend mit auf eine vergnüglich-nachdenklichen Reise zu den Skurrilitäten und Absurditäten unseres Lebens, gemäß dem Motto: „Nimm Dir das Leben – und lass es nicht mehr los“, wie Brodowy in Anlehnung an den großen Philosophen Udo Lindenberg formulierte. Sei es der Hinweis auf die Freuden des Telefonierens in den 70er Jahren, die Beschreibung einer SBahn-Fahrt in das „schwarze Loch“ Paderborn oder die Geschichte von „Ernas Eck“ – einer Eckkneipe mit Herz – Brodowys liebevoll vorgetragenen Geschichten mochten auf den ersten Blick wenig miteinander zu tun haben. Als unsichtbares Band hatte der selbst ernannte „Vertreter für gehobenen Blödsinn“ aber Lebensfreude und ein großes Augenzwinkern um alle seine Geschichten geschlungen. Dabei zeigte sich Brodowy am Klavier als ebenso sicherer Unterhalten wie am Mikrofon. Seine große Musikalität, sein Witz, gute Beobachtungsgabe und ein Gespür für das Abstruse verfehlten auch in der feierlichen Atmosphäre der Hl.-Herz-Jesu-Kirche nicht ihre Wirkung.

Nicht minder beeindruckend der Gesang von Charlotte Jarosch-von Schweder mit ihrem raumfüllenden Sopran. Ihre Beiträge hatte sie unter verschiedene Schlagwörter gestellt. Bette Midlers zu Herzen gehendes Stück „The Rose“ eröffnete den Abend unter dem Schlagwort „Ewiges Leben“, während Johannes Brahms‘ „Vergebliches Ständchen“ unter „Liebe“ fungierte. Auch in anderen Stücken bewies die Sopranistin trotz einer starken Erkältung ihre Stimmkraft und blätterte Pianist Roche bei dessen Solostücken dann auch die Noten. Matthias Brodowy blieb es schließlich vorbehalten, die rund 200 Zuschauer beim letzten Stück am Klavier zu begleiten: „Der Mond ist aufgegangen“, sangen zum Abschied alle gemeinsam in das Gotteshaus hinein, das Propst Martin Tenge geschmackvoll illuminiert hatte.

Der Abend „Klangkunst und Kabarett“ war Teil des Festprogramms zu „300 Jahre Basilika St. Clemens in Hannover“ und diente der Hospizarbeit der Malteser in Hannover, die seit 2002 hunderte von schwer kranken Menschen auf dem Weg zum Tod begleitet haben.